Clowns in Kontakt
Das Projekt Clowns in Kontakt startete 2020 und fand nach Corona bedingter Pause Dezember 2025 statt. Es galt zwei Ziele miteinander zu verbinden, zum einen ein inklusives, gemeinsames Freizeitangebot mit Gestaltungsmöglichkeiten für junge Menschen mit und ohne Behinderung zu schaffen, zum anderen das Thema Inklusion in die Öffentlichkeit bringen. Das Projekt ermöglichte als "Street Art Kunst" gemeinsame Begegnungen und Erfahrungen, die mit Spaß und purer Freude verbunden waren. Über Mitmachaktionen lud es im Kurpark von Bad Nauheim zum Verweilen und Lachen ein. So fand Öffentlichkeitsarbeit für Inklusion statt. Auf das Projekt wurde medial hingewiesen. Es solle mit darauf hinwirken ein Bewusstsein für den Bedarf von gemeinsamen inklusiven Freizeitangeboten zu schaffen. Das Angebot richtete sich an Jugendliche ab 12 bis 17 Jahre. Ausnahmen für ältere junge Menschen fanden statt.
Die Gruppe wurde auf 16 Teilnehmer begrenzt. Die Gruppenzusammensetzung erfolgt so, dass eine Betreuung, bzw. Begleitung der jungen anzulernenden Clown-spieler über zwei Clown-Gruppenleiter erfolgen konnte, bei Bedarf mit einer zusätzlichen Assistenz. Kooperationspartner des Projektes waren der "Familienentlastende Dienst Lebenshilfe Wetterau" und die Selbsthilfegruppe "Eltern von Kindern mit Down-Syndrom". Des Weiteren arbeitete unser Verein eng mit der Sophie-Scholl-Schule Bad Nauheim und der Wartbergschule Friedberg zusammen. Die Zielgruppe wurde über öffentliche Medien beworben, über die Selbsthilfe (s.o.), den FED Dienst der Lebenshilfe sowie regionale Schulen. Es wurden ca. 3000 Menschen über Mit-Mach-Aktionen erreicht. Die Mit-Mach-Aktionen finden wöchentlich sowie teilweise ganztags mit Ausflügen in die Umgebung statt. Die Zuschauer und Mit-Akteure sind unsere Multiplikatoren für das Thema Inklusion. Die Clown-Spieler “Clowns in Kontakt" traten auch auf größeren Veranstaltungen, so z.B. auf dem Hessentag in Bad Vilbel oder der jährlichen Selbsthilfemeile in Bad Nauheim auf.
Die jungen Projektteilnehmer erfuhren ein spielerisches Clown Training (niederschwellig) hinsichtlich ihrer Spiel- und Begegnungsmöglichkeiten für ihre Rolle als Clown. Sie erfuhren sich als Clown in einer neuen Rolle. Sie lernten Begegnung im Spiel zu gestalten. Durch das spielerische Training und die freudvollen Begegnungen erfuhren sie eine besondere Persönlichkeitsstärkung. Die Übungen schulten darüber hinaus Konzentration, Koordination, motorisches Geschick und soziale Kompetenz. Sie trainierten Achtsamkeit und organisatorisches, planerisches Vorgehen. Wichtig war es, dass das gemeinsame Erleben und Lernen von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderung selbstverständlich wurde und Vorurteile und Hemmungen abgebaut wurden. Das Projekt thematisierte Inklusion über Begegnung im öffentlichen Raum, es brachte im wörtlichen Sinn Inklusion "auf die Straße". Inklusion wurde über die clownesken und zirkusartige Mit-Mach-Aktionen erlebbar und schafft nachhaltige positive Erinnerung. Über das Projekt wurden viele Menschen als Multiplikatoren für Inklusion geworben, da es im öffentlichen Räumen stattfand. Das Projekt baute Berührungsängste ab und vermittelt Freude.
Abschließend mussten wir feststellen, dass Jugendliche ohne Handicap nicht als langfristige Teilnehmer für die Clown-Gruppe gewonnen werden konnten. Sie kamen gerne zum Schnuppern, doch die Berührungsängste überwiegten. Sprachliche Barrieren zeigten sich als langfristige Hürde, das Angebot war vielleicht auch zu niederschwellig und nicht -wie gewohnt - leistungsorientiert. Gleichzeitig begegneten uns Eltern von Kindern mit Handicap, die eine Stigmatisierung ihres Kindes in der Teilnahme sahen. Somit begegnete uns die ganze Palette an Möglichkeiten und Vorstellungen. Die Teilnehmer, die wöchentlich aktiv teilnahmen, erlebten einen sozialen Verbund und Gemeinschaft. Sie lernten eigene Ideen kreativ einzubringen und Leitungsfunktion bei Spielen zu übernehmen. Es fand ein deutliches Wachstum in den Persönlichkeiten der Teilnehmenden mit zunehmenden Mut zum Ausdruck statt.
Bei den Mit-Mach-Aktionen im Park fanden unendlich viele Begegnungen mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen statt. Man tanzte, jonglierte und balancierte Hand in Hand. Und alle verband in dem Moment Spaß, Freude und Neugier miteinander.